5. Einführung in die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens

Für viele Studienanfänger sind gerade die formalen Anforderungen, die es bei der Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit zu beachten gilt, eine enorme Herausforderung. Obwohl es mittlerweile viele seriöse Angebote anderer Fachwissenschaften gibt, auf die guten Gewissens verwiesen werden kann, finden Sie hier neben einer Vorstellung der wichtigsten geschichtsdidaktischen Einführungswerke und einschlägigen Fachzeitschriften auch Materialien zum Bibliographieren und Zitieren.

Inhalte Modul 5:

Überblick über geschichtsdidaktische Grundlagenliteratur

GD

Bergmann, Klaus et al. (Hrsg.): Handbuch der Geschichtsdidaktik. 5., überarb. Aufl. Seelze-Velber 1997.

Das mittlerweile vergriffene Handbuch der Geschichtsdidaktik ist in sieben Großkapitel unterteilt, „die für die wichtigsten Gebiete der geschichtlichen Reflexion stehen“. Beiträge unterschiedlicher Autoren beschäftigen sich mit lebensweltlichen Bezügen von Geschichte (Geschichtsbewusstsein usw.), Geschichte als wissenschaftlicher Disziplin, einer Einführung in die Begriff historischen Lernens, der Geschichtsdidaktik und ihren Arbeitsgebieten, pragmatischen Aspekten (Methodik, Sozialformen, Lehrpläne…). Auch beinhaltet es Aufsätze über Aspekte der Geschichtskultur. Die Beiträge haben zwar einen hohen Informationsgehalt, sind aber angesichts des zurückliegenden Erscheinungsdatums und der neuen Erkenntnisse der geschichtsdidaktischen Forschung (Kompetenzmodell usw.) nicht mehr auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.


WB

Mayer, Ulrich et al. (Hrsg.): Wörterbuch Geschichtsdidaktik. Schwalbach/Ts. 2006.

Das kleine Lexikon liefert kompakte und informative Texte zu den wichtigsten geschichtsdidaktischen Grundbegriffen. Es beinhaltet nach Zielsetzung der Herausgeber den „Grundbestand geschichtsdidaktischer Begriffe“ und bezieht auch neuere Zugänge der Forschung mit ein. Orientierungshalber kann man sich einen Überblick zum jeweiligen Thema und Begriff verschaffen. Die Beiträge sind für genauere Informationen aber zu knapp, was auch die wenigen Literaturhinweise nicht zu kompensieren vermögen.


HB Methoden

Mayer, Ulrich / Pandel, Hans-Jürgen / Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. 2., überarb. Aufl. Schwalbach/Ts. 2007.

Das umfassende Kompendium, welches mittlerweile bereits in der 2. Auflage vorliegt, liefert den theoretischen Hintergrund und viele praktische Anwendungsbeispiele zu den verschiedenen Unterrichtsprinzipien, Methoden des historischen Denkens (Quelleninterpretation usw.), Kommunikations- und Kooperationsformen des Geschichtsunterrichts wie wissenschafts-propädeutisches Arbeiten, Simulationen, oral history, Geschichtsvermittlung im Museum, Archivarbeit oder Klassenunterricht, Partnerarbeit, Stationenlernen usw. Darüber hinaus enthält es verschiedene Aspekte der Unterrichtsplanung wie z.B. Didaktische Analyse, Einstiege, Erarbeitung, Transfer oder Hausaufgaben. Die Beiträge ordnen das jeweilige Thema in den wissenschaftlichen Zusammenhang ein und sind mit umfangreichen Literaturhinweisen versehen.


HB Medien

Pandel, Hans-Jürgen / Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. 4. Aufl. Schwalbach/Ts. 2007.

Das knapp 700 Seiten starke Handbuch Medien im Geschichtsunterricht versteht sich als Ergänzung zum theoretisch orientierten Handbuch der Geschichtsdidaktik. Dabei werden insgesamt 22 verschiedene Einsatzmöglichkeiten dargeboten, die das gesamte Medienspektrum (schriftliche, graphische, visuelle, akustische und gegenständliche Medien) abdecken und jeweils mit unterrichtspraktischen Beispielen versehen sind.


GD

Günther-Arndt, Hilke (Hrsg.): Geschichtsdidaktik. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. 2. Aufl. Berlin 2005.

„Geschichtsdidaktik für die neue Lehrergeneration“, lautet der Klappentext dieses Handbuches. Besonderes Augenmerk wird auf die Medien- und Methodenkompetenz gelegt, auch Interkulturelles Lernen, Computereinsatz und fächerübergreifender Unterricht werden dort vorgestellt. Beiträge zu Grundfragen der Geschichtsdidaktik und des Geschichtsunterrichts sowie zur Planung, Gestaltung, Durchführung und Auswertung von Geschichtsunterricht.


Gautschi

Gautschi, Peter: Geschichte lehren. Lernwege und Lernsituationen für Jugendliche. Buchs 1999.

Gautschis mittlerweile ebenfalls vergriffenes Buch stellt Planungs- und Diagnoseelemente vor, mit denen „Lernwege“ (Methoden) und „Lernsituationen“ (Medien) konstruiert werden können. Die diagnostischen Instrumente sind dabei vollständig am Pandelschen Dimensionenmodell orientiert. Das Einführungswerk bietet darüberhinaus wenig weiterführende Literatur und Forschungsbezug.


Reeken

Dietmar von Reeken: Historisches Lernen im Sachunterricht. Eine Einführung mit Tipps für den Unterricht, Baltmannsweiler: 2004.

Die lebensweltliche Erfahrung und der ‚Wissensdurst‘ von Grundschulkindern steht im Vordergrund dieser Publikation für das historische Lernen in der Grundschule. Neben didaktischen Reflexionen – eingebettet in den aktuellen Forschungsstand – beinhaltet es viele praktische Hinweise, wie historisches Lernen im Sachunterricht inhaltlich und methodisch umgesetzt werden kann.


Sauer

Sauer, Michael: Geschichte unterrichten. Eine Einführung in die Didaktik und Methodik. 5., aktual. u. erw. Aufl. Seelze 2006.

Das Einführungswerk beschränkt die Geschichtsdidaktik auf eine reine Schulfachdidaktik. Nach diesem Konzept ist auch der Inhalt gestaltet. Es informiert über Themenwahl, Strukturierung und Prinzipien, Methoden und Medien sowie Präsentations-formen im Unterricht. Der praktische Nutzen des Lesers steht dabei im Vordergrund: „So viel Praxisbezug wie möglich, soviel Theorie wie nötig.“


Weitere Links und Literaturhinweise unter: http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/geschichte/didaktik/Links/

Übersicht der wichtigsten Fachzeitschriften

GWU

Geschichte in Wissenschaft und Unterricht (GWU)


Gfh

Geschichte für heute. Zeitschrift für historisch-politische Bildung


Praxis Geschichte

Praxis Geschichte


Geschichte lernen

Geschichte lernen


Zeitschrift für Geschichtsdidaktik

Zeitschrift für Geschichtsdidaktik


Weitere (auch international orientierte) Zeitschriften sind:


Weitere Links und Literaturhinweise unter: http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/geschichte/didaktik/Links/

Recherchieren, Bibliographieren und Zitieren

Hier finden Sie die wichtigsten Zitierregeln und weitere wichtige Informationen zur Gestaltung einer Hausarbeit.

Darüberhinaus bietet das i-literacy-Projekt am IMB der Universität Augsburg ein umfassendes Konzept zur Einführung in das wissenschaftliche Schreiben. Dort werden in einer virtuellen Lernumgebung Aspekte wie "Themenfindung", "Recherche", "Wissenschaftliches Schreiben" und "Methoden" vermittelt.

http://i-literacy.e-learning.imb-uni-augsburg.de/

Für weitere fachspezifische Fragen stehen Ihnen die Tutoren jederzeit unter tutorium.geschichtsdidaktik@phil.uni-augsburg.de zur Verfügung.

Studienpraktische Einführungen:

 Quellen- und Literaturrecherche:

Zum wissenschaftlichen Schreiben:

Allgemeine Zitierregeln

Grundregeln:

  • Bibliografische Angaben und Zitate dienen der Überprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Argumentation.
  • Wer ohne zu zitieren einfach „abschreibt“, begeht ein Plagiat und arbeitet damit unwissenschaftlich!
  • Eine Ausnahme ist das Zitieren von Allgemeinwissen (Bsp. aus dem Brockhaus). Dies muss nicht gesondert belegt werden!
  • Grundsätzlich: Trennung von Quellen und Darstellung!
  • Es existiert keine allein verbindliche, allseits gültige Zitierweise.
  • Aber: Innerhalb eines Textes muss sie einheitlich sein!

 

Empfohlene Zitierweise

Monographie und Sammelband

 

Schema:

Name, Vorname (Hrsg.): Titel. Untertitel (Reihe Bd. X), Ort AuflageJahr.

 

Beispiele:

Mommsen, Wolfgang J.: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg (GHDG Bd. 17), Stuttgart 2002.

 

Popp, Susanne / Forster, Johanna (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008.

 

Aufsatz in einem Sammelband:

 

Schema:

Name, Vorname:  Titel. Untertitel, in: Name, Vorname (Hrsg.): Titel. Untertitel (Reihe Bd. X), Ort, AuflageJahr, S. Y-Z.

 

Beispiel:

Middell, Matthias:  Wie gelangt die Globalisierung in den Geschichtsunterricht?,  in: Popp,

Susanne / Forster, Johanna (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008, S. 35-49.

 

Zeitschriftenaufsatz:

 

Schema:

Name, Vorname: Titel. Untertitel, in: Zeitschrift Jahrgang (Jahr), Heft X, S.  Y-Z.

 

Beispiel:

Pellens, Karl: Moderner Oberstufenunterricht, in: GWU 2 (1970), S. 103-107.

 

Lexikonartikel:

 

Schema:

Name, Vorname:  s.v. X, in: Name, Vorname (Hrsg.):  Titel. Untertitel, Ort AuflageJahr, S. Y-Z.

 

Beispiel:

Bernhardt, Markus: s.v. Bild / Bildquelle, in: Mayer, Ulrich et al. (Hrsg.):Wörterbuch Geschichtsdidaktik, Schwalbach/Ts. 2006, S. 29.

 

Publikation aus dem Internet:

 

Schema:

Name, Vorname:  Titel.  Untertitel. URL (aufgerufen am TT.MM.JJJJ).

 

Beispiel:

Popp, Susanne:  Integrating World History Perspectives into a National Curriculum:  A Feasible Way to Foster Globally Oriented Consciousness in German Classrooms?  http://worldhistoryconnected.press.uiuc.edu/3.3/popp.html (aufgerufen am 11.11.2008).

Formalia einer Hausarbeit

Formalia einer Hausarbeit

·         Schriftart: Times New Roman oder Arial

·         Schriftgröße: 12 pt (Fußnote: 10 pt)

·         1,5facher Zeilendurchschuss

·         Blocksatz

·         ca. 4 cm Korrekturrand rechtsbündig

 

Wichtige Angaben auf dem Titelblatt der Hausarbeit

·         Seminartitel und -dozent

·         Semester

·         Name, Vorname

·         Adresse, Telefon, Email

·         Semesterzahl

·         Studiengang

·         Matrikelnummer

Varianten einer Literaturangabe

Um zu verdeutlichen, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten der Gestaltung einer Literaturangabe bestehen, sind hier einige Beispiele aufgeführt. Lassen Sie sich jedoch von der Vielfalt nicht verunsichern. Im Laufe der Zeit werden Sie den Stil finden, der Ihnen am meisten gefällt. Beachten Sie jedoch individuelle Regelungen der einzelnen Lehrstühle und fragen Sie lieber einmal mehr bei den Tutoren nach!

  • Wirsching, Andreas: „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Dotterweich, Volker: Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 187-202.
  • Wirsching, Andreas: „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Dotterweich, Volker: Mythen und Legenden in der Geschichte (Schriften der Philosophischen Fakultäten der Universität Augsburg, Nr. 62), München: Ernst Vögel 2004, S. 187-202.
  • Andreas Wirsching, „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Volker Dotterweich, Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 187-202.
  • Andreas Wirsching, „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Volker Dotterweich, Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 187-202.
  • Wirsching, Andreas: „Augusterlebnis“ 1914 und „Dolchstoß“ 1918 – zwei Versionen derselben Legende?, in: Dotterweich, Volker: Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 187-202.

Direkte und indirekte Zitate

Vielleicht, so könnte man denken, verfügen die per Internet global kommunizierenden Schülerinnen und Schüler aus eigener Kraft über Kompetenzen, auf die ein global orientiertes Geschichtsbewusstsein aufbauen könnte. Deutsche Jugend-Surveys, wie zum Beispiel die Shell-Studie (2000), geben wenig  Anlass zu solchen Hoffnungen.

 

 

Direktes Zitat:

Viele nehmen an, Schüler verfügten „aus eigener Kraft über Kompetenzen, auf die ein global orientiertes Geschichtsbewusstsein aufbauen könnte.“1

 

            1 Popp, Susanne, Weltgeschichte im Geschichtsunterricht, in: Dies. / Forster, Johanna (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008, S. 72.

 

Direktes Zitat mit Hervorhebung:

Viele nehmen an, Schüler verfügten „aus eigener Kraft [d. Verf., Hervorhebung (durch) A.W., A.W.] über Kompetenzen, auf die ein global orientiertes Geschichtsbewusstsein aufbauen könnte.“1

 

            1 Popp, Susanne, Weltgeschichte im Geschichtsunterricht, in: Dies. / Forster, Johanna  (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008, S. 72.

 

Direktes Zitat mit Anpassungen:

  „[…] [G]lobal kommunizierende[n] Schülerinnen und Schüler [verfügen] aus eigener Kraft über Kompetenzen, auf die ein global orientiertes Geschichtsbewusstsein aufbauen könnte.“1

 

1 Popp, Susanne, Weltgeschichte im Geschichtsunterricht, in: Dies. / Forster, Johanna     (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008, S. 72.

 

Indirektes Zitat:

Ferner ist davon auszugehen, dass Schüler nicht über die Kompetenzen verfügen, auf denen ein globales Geschichtsbewusstsein gründen könnte.1

           

1 Vgl. Popp, Susanne, Weltgeschichte im Geschichtsunterricht, in: Dies. / Forster,  Johanna (Hrsg.): Curriculum Weltgeschichte. Globale Zugänge für den Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 22008, S. 72.

 

Erst- und Zweitnennung

Erst- und Zweitnennung

Wird eine Publikation erstmals zitiert, müssen die vollständigen bibliographischen Angaben angegeben werden:

 

1 Bornemann, Elke: Der Friede von Bukarest 1918, Frankfurt a. M. 1978, S. 12.

2 Röhl, John C. G.: Wilhelm II. Der Aufbau der persönlichen Monarchie 1888-1900,  München 2001, S. 345.

3 Röhl, John C. G.: Wilhelm II. Der Weg in den Abgrund 1900-1941, München 2008, S. 567.

           

Ab der zweiten Nennung der Publikation reicht der Kurztitel, bestehend aus  Autorname und Sigle (wenn mehrere Werke eines Autors verwendet werden)

                4 Bornemann, S. 13.

                5 Röhl,  Aufbau, S. 567.

                6 Röhl,  Abgrund, S. 678.

 

Verwendung von Ebenda (Ebd.) kann bei der Kennzeichnung von zwei oder mehreren direkt aufeinander folgenden Zitaten aus derselben Publikation verwendet werden:

7 Bornemann, S. 56.

8 Ebd., S. 78.

 

Achtung: Ebd. nur nach endgültiger Fertigstellung der Arbeit einfügen!

Wichtige Abkürzungen

Wichtige Abkürzungen

·         Hrsg. (Hg., Hgg., Hrsgg., = Herausgeber(in)

·         hg. v. = herausgegeben von

·         erw., überarb., verb. Aufl. = erweiterte, überarbeitete, verbesserte Auflage

·         übers. v. = Übersetzt von

·         Dies. = Dieselbe

·         Ders. = Derselbe

·         Ebd. = Ebenda

·         u.a. / et al. = und andere

·         [sic!], [sic], [!] = lat. so, Hinweis auf inhaltliche oder orthographische Fehler (nicht korrigieren!) und Unstimmigkeiten innerhalb einer Quelle